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Der Festumzug zum Kirschfest 2019

Der Festumzug zum Kirschfest 2019
Höhepunkt unseres Naumburger Kirschfestes ist wie in jedem Jahr der große Festumzug. Er zeigt in einer fröhlichen bunten Bildfolge Momente aus der Geschichte der Stadt, Persönlichkeiten und Ereignisse von stadtgeschichtlicher Bedeutung und schlägt auch die Brücke in die Gegenwart mit der Teilnahme der Schulen, Vereine und Ortsteile am Umzug.
Wie in jedem Jahr geht der Fahnenschwenker, der die Naumburger Stadtfahne trägt, dem Umzug voran. Kunstvoll wirbelt er die schwere Fahne durch die Luft und wird von den zahlreichen Zuschauern bewundert und mit Applaus bedacht.

Thema 1: Ratsstadt
Bild 1: Stadtwache
Die Stadtwache eröffnet die historischen Bilder. Der Stadthauptmann und die Stadtsoldaten zogen zum Schutz der Stadt und ihrer Bürger aus. Der Trommler kündigt lautstark ihr Kommen an. Ihre Hauptaufgabe war es, die Stadttore zu sichern. In Kriegs- und in Friedenszeiten, bei Tag und Nacht wachten sie über die Zugänge zur Stadt.
Bild 2: Der Naumburger Stadtrat
im 15. Jahrhundert

Nach der Stadtwache zieht der Naumburger Stadtrat mit seinen Vertretern durch die Straßen und präsentiert sich den Bürgern in prächtigen Roben. Angeführt wird der Zug vom Bürgermeister und den Ratsherren. Ihnen folgen die Ratsbedienstete wie der Kämmerer, der Stadtschreiber, Marktmeister und Ratsknechte. So kann man sich vorstellen, wie der neu gewählten Rat jährlich in die Wenzelskirche zog, um sich hier den Bürgern zu präsentieren, um den Ratseid zu sprechen und dem Landesherren zu huldigen.

Thema 2: Hussitenstadt – Kirschfestsage
Schon als zweites Thema folgt die szenische Darstellung der Kirschfestsage, die der eigentliche Mittelpunkt unseres Stadtfestes und auch des Umzuges ist.
Bild 3: Jan Hus und seine Anhänger
Jan Hus war ein böhmischer Prediger und Reformator. Er kämpfte leidenschaftlich für eine Reform der Kirche und des Papsttums. Im Konzil von Konstanz 1414-1415 wollte man ihn zum Widerruf seiner Überzeugungen bewegen. Der Prager Prediger sollte freies Geleit erhalten, wenn er zum Konstanzer Konzil erschien. Entgegen dieser Zusicherung wurde er eingekerkert und am 6.7.1415 verbrannt. Jan Hus Tod wurde in Böhmen mit großer Empörung aufgenommen, es kam zu Aufständen. Die Hussiten mit ihrem Anführer Prokop d. Ä. zogen nicht nur durch Böhmen, sondern auch in die angrenzenden Länder. Sie verfolgten die Katholiken, plünderten Kirchen und zerstörten ganze Städte. Ihre Taten riefen Angst und Schrecken hervor.
Bild 4: Der Naumburger Bischof Gerhard von Goch
In der Zeit von 1409 bis 1422, also während des Konstanzer Konzils, war Gerhard von Goch der Bischof vom Bistum Naumburg. In diesem Bild wird er mit seinem Gefolge, den Domherren und Adligen der Umgebung, gezeigt. Gerhard von Goch soll an dem Konzil teilgenommen und Jan Hus mit verurteilt haben. Deshalb führte der Zug der Hussiten auch vor die Tore der Stadt Naumburg. Man wollte sich an dem Bischof und seiner Stadt für den Tod des Reformers rächen.
Bild 5: Die Hussiten vor Naumburg 1432
Die sagenhafte Belagerung der Stadt durch die Hussiten unter ihren Heerführer Prokop soll sich 1432 zugetragen haben. Sie dauerte lange, so dass die Lage für die Naumburger hoffnungslos wurde. In dieser Situation zog der Lehrer von der Schul mit den Kindern, die in weiße Sterbehemdchen gekleidet waren, vor die Tore der Stadt und es gelang durch die Fürbitte der Kinder Prokop milde zu stimmen. Er verschonte die Stadt, schenkte den Kindern Kirschen und zog dann mit seinem Heer ab.
Zuerst ziehen die Hussiten auf. Angekündigt vom Herold erscheint Prokop mit seinen Männern und anderen Angehörigen des Hussitenlagers. Neben den Soldaten und Landsknechten gehört auch die Marketenderei zum Heereslager.
Bild 6: „... und der Lehrer von der Schul“
... und die Kinder Naumburgs sind die eigentlichen Hauptpersonen des Festes und des Umzuges.
Mädchen in weißen Kleidern und Jungen, mit Lanzen bewaffnet, tanzen freudig durch die Stadt. Sie haben soeben durch ihre Fürbitte Prokop gerührt und so die Stadt gerettet. In diesem Jahr wird die Gruppe der Kinder von Schülerinnen und Schülern der Georgenschule dargestellt.
Bild 7: „... und zu Ehren des Mirakel ...“ –
Der historische Kirschfestverein 1885

Die Mitglieder des Kirschfestvereins Naumburg erinnern an die Traditionen des alten Stadtfestes. Schon im 19. Jahrhundert feierte man in Zelten auf der Vogelwiese. Standesgemäß fuhr man in Kutschen zum Festplatz. Landrat Carl Peter Lepsius war Förderer des Kirschfestes. Der Kremser symbolisiert das „Referendarienzelt 1827“, in dem das Kirschfestlied von K. Seyferth seinen Ursprung hatte.

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Thema 3: Dom- und Bürgerstadt
Bild 8: Der Dom – Das Welterbe
Die Naumburger Domfreiheit im Bereich des Naumburger Domes war der Sitz des Bischofs mit seiner Kirche und den Kurien. Am Naumburger Dom wurde über Jahrhunderte gebaut. Am bekanntesten wurde der wenn auch namenlose Baumeister des Westchores, der Naumburger Meister. Er war der Schöpfer des Westchores, des Westlettners und der Stifterfiguren. Er arbeitete mit einer mittelalterlichen Dombauhütte und dazu gehörten neben Steinmetzen auch Zimmerleute, Maurer, Schmiede, Glasfensterbauer und deren Familien.
In Stein gehauen finden wir im Dom die Gruppe der Stifter, durch deren Stiftungen es überhaupt erst möglich war, eine Kirche zu errichte, die einer Bischofsstadt würdig war. Eng ist mit ihnen die Gründungsgeschichte der Stadt Naumburg verbunden. Der Naumburger Meister schuf zwei Jahrhunderte später ihre Standbilder im Westchor des Domes. Er hat jeder Figur eine Geschichte gegeben, ein Gesicht und ein menschliches Schicksal. Heute in unserem Festumzug sind sie lebendig geworden, allen voran schreiten die beiden Markgrafen Ekkehard und Hermann mit ihren Gemahlinnen Uta und Reglindis, wohl die bekanntesten Naumburger.
Die Bewohner der Bischofsstadt werden vom Bischof, den Domherren mit ihrem Gefolge und ihren Bediensteten repräsentiert.
Bild 9: Historische Domschule Naumburg
Die Domschule ist die älteste Schule der Stadt. Zwar ist ihr Gründungsdatum nicht bezeugt, aber man muss mit Recht annehmen, dass sie so alt ist wie der Bischofssitz. Zu einem Domkapitel gehörte damals überall in Deutschland eine Domschule. Zu ihrer ursprünglichen Aufgabe gehörte es, Nachwuchs für die Kurrende, die in den Gottesdiensten eine wichtige Funktion hatte, heranzubilden.
Neben dem Rektor, den Lehrern und Schülern gehörten auch die Kirchen- und Schuldiener zur Domschule.
Bild 10: Klösterliches Leben
Zu einer Bischofsstadt gehörten immer auch Klöster und so lebten Mönche und Nonnen vor den Toren Naumburgs in unmittelbarer Nähe zum Bischofssitz in den beiden Klöstern St. Georg und St. Moritz. Hier erscheint der Abt des Georgenklosters mit den Mönchen und die Äbtissin des Moritzklosters mit den Nonnen.
Bild 11: Städtische Gerichtsbarkeit
Zur Gerichtsbarkeit der Ratsstadt gehören neben Richter und Schöffen auch der Gerichtsvogt und seine Knechte. Diese führten die Delinquenten vor den Richter und übergaben diese bei schwerer Schuld an den Henker.
Der Richter konnte eine Vielzahl an Strafen aussprechen, die von einfachen Ermahnungen über Pranger, Acht, Bann, Gefängnis bis zu verschiedenen Hinrichtungsarten reichten. Zu jeder im Mittelalter verhängten Strafe gehören auch die Schaulustigen, die mit Hohn und Spott nicht sparten.
Bild 12: Bürgerschützen
Das Priviligierte Bürgerschützencorps Naumburg e.V. kann auf eine 650jährige Tradition zurück blicken. Schon in den ersten Rechnungsbüchern der Stadt sind Ausgaben für die Schützen verzeichnet. Die Bürgerschützen hatten die wichtige Aufgabe, die Stadt vor Feinden zu schützen und die Handelswege für die Messebesucher von Gefahren frei zu halten. Sie übten ihre Fähigkeiten beim Vogelschießen und jährlich wurde ein Schützenkönig aus ihren Reihen ermittelt. Diese Tradition lebt noch heute fort.
Bild 13: Leben in den kleinen Gassen
In den kleinen Gassen abseits der großen Handelsstraßen lebten die einfachen Leute, einfache Handwerker und Händler. In den Gassen pulsierte das Leben, Kinder spielten auf den Straßen. Kleine Läden versorgten die Bewohner mit dem Lebensnotwendigen. Vor den Toren war der Waschplatz für die Wäscherinnen und das Wasser für die Häuser wurde am Brunnen geholt. Dabei war immer Zeit für einen Spaß oder einen Schwatz.
Bild 14: Naumburger Bürger im 16. Jahrhundert
Im Mittelalter lebten in den schützenden Mauern einer Stadt die wohlhabenden Bürger, Handwerker und Kaufleute mit ihren Frauen, Kindern und dem Gesinde. Nur ein Bürger war berechtigt, als Mitglied einer Innung sein Handwerk auszuüben oder in den Stadtrat gewählt zu werden. Voraussetzung für den Erwerb des Bürgerrechts waren der Besitz eines Hauses und die Entrichtung des Bürgergeldes. Natürlich hatten Bürger auch Pflichten, sie mussten bereit sein, die Stadt zu verteidigen, bei Stadtbränden mit zu helfen oder sich für die Armen, Bettler und Hilfsbedürftigen der Stadt einzusetzen.

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Thema 4: Handelsstadt
Bild 15: Peter-Pauls-Messe –
Messeprivileg von 1514

Farbenprächtig ging es einst zu den alljährlich stattfinden­den Messen, besonders der Peter-Pauls-Messe, zu. Dabei kamen Messebesucher aus allen Teilen Europas hierher nach Naumburg. Neben Waid, einer besonders wertvollen Pflanze zum Färben von Stoffen, wurden Gewürze, Wein und Bier, Stoffe, Garne, Baumwolle, Wollwaren und zahlreiche andere Produkte gehandelt. Doch genau wie die Kaufleute und Fernhändler zur Messe in der Stadt weilten und der Marktmeister die Stände beaufsichtigte, waren auch Gaukler, Dirnen, Possenreißer, Vaganten und fahrendes Volk anzutreffen. War doch die Messe auch für sie die Möglichkeit, Geld zu verdienen.
Bild 16: Auf Leben und Tod – das 16. Jahrhundert
Die Pest, der schwarze Tod, grassierte in ganz Europa und machte auch vor Naumburg nicht halt. Aber die Bürger wurden auch von anderen Krankheiten und Epidemien heimgesucht. Während die Flagellanten und Totengräber, begleitet vom Priester, nur noch die Toten begraben konnten, versuchten der Arzt und der Apotheker den Kampf gegen die Krankheit, aber auch gegen Aberglaube und Unwissenheit zu gewinnen.
Eine wichtige Rolle im Kampf gegen Krankheiten spielten auch die Kräuterfrauen mit ihrem Wissen.
Bild 17: Städtisches Handwerk im 16. Jahrhundert
Die Handwerker der Bürgerstadt erhielten vom Bischof das Privileg zur Ausübung ihres Handwerks, das Innungsrecht. Sie waren für die Versorgung der Bürger mit zahlreichen Produkten zuständig. Zu den Handwerkern gehörten Böttcher, Seiler, Bäcker, Fleischhauer, Maurer, Schmiede, Kamm- und Bürstenmacher. Aber auch Leineweber, Färber, Gerber, Gürtler, Schuhmacher, Sattler, Zimmerer, Wagenbauer und Schneider. Die Innungen hatten innerhalb der Stadt neben politischen Funktionen auch fürsorgliche Aufgaben gegenüber ihren Mitgliedern.
Bild 18: Bach in Naumburg im Jahr 1746
Mit dem Orgelbaumeister Zacharias Hildebrandt hatten die Bürger der Stadt einen bekannten Vertreter seiner Zunft beauftragt, in ihrer großen Stadtkirche eine neue Orgel zu bauen. Im Jahr 1746 wird die Orgel in der St. Wenzelskirche fertiggestellt. Johann Sebastian Bach und Gottfried Silbermann führten im Auftrag des Rates die Prüfung des Instruments durch und lobten das Werk. Auch später blieb Bach der Stadt Naumburg verbunden, sein Schwiegersohn Altnikol wirkte als Organist an der Wenzelskirche.
Bild 19: Musikinstrumentenbau in Naumburg
Naumburg hatte in der Vergangenheit immer wieder bedeutende Musikinstrumentenbauer. Beispielhaft dafür stehen in diesem Bild zum einen die Instrumentensammlung des Naumburger Wenzelskirchen-Kantors Andreas Unger, welcher überwiegend Instrumente der Instrumentenbauer Hans und Rudolf Veit aus dem 16. Jahrhundert und von anderen lokalen Instrumentenbauern gesammelt hatte. Diese Instrumentensammlung wurde 1890 von der Wenzelkirchgemeinde an die Königliche Akademische Hochschule für Musik in Berlin verkauft. Zum zweiten wird die Klavierfabrik Haenel & Sohn dargestellt, welche sich dort befand, wo heute das Architektur- und Umwelthaus in der Wenzelsgasse steht. Die Klavierfabrik Haenel & Sohn wurde 1873 auf der Weltausstellung in Paris mit der Goldmedaille ausgezeichnet. Die berühmte Tochter des Klavierbauers ist die Komponistin Luise Haenel de Cronenthal..
Bild 20: „Als die Not nun stieg zum Gipfel ...”
Nach dem 1. Weltkrieg kam es in ganz Deutschland zu großen wirtschaftlichen Problemen, selbst das Kleingeld wurde durch den Metallmangel knapp. In den Jahren 1920 und 1921 ließ der Magistrat wie in zahlreichen anderen Städten Deutschlands Notgeld drucken. Es trägt die von Prof. Walter Hege gestalteten Scherenschnitte mit der Darstellung der Kirschfestsage. Das so gestaltete Notgeld war für die Stadt ein großer wirtschaftlicher Erfolg. Auch machten die Bilder unser Stadtfest weit über die Grenzen hinaus bekannt.
Bild 21: Der Weinbau an Saale und Unstrut
Der Weinbau war ein wichtiger Faktor in der Wirtschaft der Stadt. Viele Bürger hatten vor den Toren und am anderen Saaleufer einen Weinberg. Naumburg war und ist von Weinbergen umgeben, sie prägen die Landschaft des Saaletales. Diese Bedeutung hat der Weinbau auch heute nicht für die Stadt verloren und zahlreiche Gäste kommen zu uns, da hier ein Zentrum des Saale-Unstrut-Weinbau-Gebietes ist.

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Thema 5: Schulstadt
Bild 22: Kirschfestkinder – Kinderkirschfest
Besonders für die Naumburger Grundschulen ist das Kirschfest ein Höhepunkt im Jahr.
Einer Grundschule fällt es zu, das Bild vom Lehrer von der Schul’ darzustellen. Die Schullandschaft Naumburgs hat sich gewandelt, deutlich zu erkennen an den Namen und an den Trägern der Schulen: Salztorschule, Georgenschule, Utaschule, Evangelische Grundschule oder Montessori-Schule. Jede Schule hat ein eigenes Profil. Hier zeigen sich Schüler und Lehrer gemeinsam und repräsentieren ihre Schulen mit der jeweiligen Geschichte, mit Arbeitsgemeinschaften oder besonderen Leistungen.
Bild 23: Naumburger Schulen – bunt wie das Leben
Nicht nur die Grundschulen nehmen an dem Umzug teil, auch die älteren Schüler stellen sich, ihre Schulen, Arbeitsgemeinschaften und Interessen vor. Bunt wie das Leben ist das Bild, jede Schule hat ein eigenes Profil, eigene Arbeitsgruppen und Freizeitangebote.

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Thema 6: Krieg und Frieden
Bild 24: Sächsischer Bruderkrieg 1446 - 1451
Mehrfach war Naumburg während des Sächsischen Bruderkrieges (1446 bis 1451), in dem es um Erbstreitigkeiten der Söhne Friedrichs des Streitbaren ging, von Kriegshandlungen betroffen. 1450 wurde die Stadt belagert, vermutlich geht auf diese Belagerung die Naumburger Kirschfestsage zurück. Hier in der Stadt wurden 1451 auch die Verhandlungen geführt, um den Frieden wieder herzustellen. Bekannt über die Stadtgrenzen hinaus wurde deshalb der Naumburger Fürstentag, an dem zahlreiche Fürsten mit ihrem Gefolge und ihren Soldaten in der Stadt weilten.
Bild 25: Dreißigjähriger Krieg 1618 - 1648
Während des Dreißigjährigen Krieges wurde Naumburg schwer heimgesucht. Einquartierungen und Kontributionszahlungen mussten geleistet werden. Plünderungen erfolgten durch alle Kriegsparteien. Die Stadt musste immer wieder Soldaten stellen und Pferde an die Armeen abgeben. Sie war bei Kriegsende völlig verarmt und die Einwohnerzahl um die Hälfte gesunken.
1632 hatte sich der schwedische König Gustav Adolf mit seinen Truppen hier einquartiert. Von hier aus zog er in die Schlacht von Lützen, wo er tödlich verwundet wurde. Sein Page Adolf von Leubelfing fand in dieser Schlacht ebenfalls den Tod, er liegt in der Naumburger Wenzelskirche begraben.
Bild 26: Napoleonische Kriege 1806 - 1815
Die Napoleonischen Kriege brachten Naumburg direkt mit dem Krieggeschehen in Berührung. Mehrfach zogen französische und preußische Truppen durch die Stadt und plünderten erbarmungslos. 1806, kurz vor der Schlacht bei Jena-Auerstedt weilte der Preußenkönig Friedrich Wilhelm III. und seine Gemahlin Königin Luise in Naumburg, 1806 und 1813 Napoleon.
Im Jahr 1809 versuchte Friedrich Staps, der Sohn eines Naumburger Pfarrers, in Wien Napoleon mit einem Messer zu töten. Napoleon war ohne Gnade, er ließ den 17jährigen Attentäter hinrichten. Das Messer soll Napoleon wie zur Mahnung noch bis zu seinem Tod auf St. Helena besessen haben.
Bild 27: Naumburg wird preußisch - 1815
Am Ende der Napoleonischen Kriege im Jahr 1815 fällt ein Teil der sächsischen Gebiete und damit auch Naumburg an Preußen. In den Geschichtsbüchern heißt es lakonisch: „Der preußische Adler wird an das Stadttor geschlagen.“ Naumburg wird Standort des Königlich-Preußischen Oberlandesgerichts für den Regierungsbezirk Merseburg. Damit beginnt Naumburgs Zeit als Beamten- und Juristenstadt.

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Thema 7: Vor den Toren der Stadt
Bild 28: Heilbad Bad Kösen
In die wechselvolle Kösener Geschichte gehört das Kloster Pforte mit seinen Bauten an der Saale, die Flößer, die das Holz aus dem Thüringer Wald brachten, der Weinbau, die Saline, der Kurbetrieb mit seinen Einrichtungen und zahlreiche Gästen. Mit diesem Bild soll besonders die Geschichte Bad Kösens als Heilbad dargestellt werden.
Zur wirtschaftlichen Seite Bad Kösens gehört seit fast 100 Jahren auch die Käthe-Kruse-Werkstätte mit ihren berühmten Puppen.
Bild 29: Versorgung der Städter
Märkte der verschiedensten Art prägten von alters her das Leben der Bürger in der Stadt. Zu den wöchentlichen Obst- und Gemüsemärkten kamen die Bauern der umliegenden Dörfer mit ihren Wagen und die Dienstmädchen und Hausfrauen eilten mit ihren Tragekörben von Stand zu Stand, um sich mit frischen Nahrungsmitteln, mit Obst und Gemüse, Eiern und Blumen zu versorgen. Aber es gab auch eigene Vieh-, Tauben- oder auch Topfmärkte. Noch heute ziehen die Taubenmärkte, die aus dieser Tradition erwachsen sind, im Januar und Februar zahlreiche Gäste an.
Bild 30: Naumburger Ortsteile
In den letzten Jahren ist Naumburg durch Eingemeindungen größer geworden. Dörfer der Umgebung gehören jetzt zur Stadt: Grochlitz 1905, Schellsitz und Almrich 1950, Wettaburg, Beuditz und Meyen 1991, Flemmingen, Neidschütz, Boblas, Eulau Kleinjena, Großjena, Großwilsdorf und Rossbach seit 1994. 2010 kamen weitere Ortsteile hinzu unter anderem Bad Kösen, Crölpa-Löbschütz, Fränkenau, Freiroda, Hassenhausen und Prießnitz. In diesem Bild präsentieren sich die einzelnen Gemeinden als ein Höhepunkt des Umzuges.

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Thema 8: Kultur- und Sportstadt
Bild 31: Naumburg Fit und Munter – Naumburger Sportvereine
Zahlreiche Sportvereine entstanden im 19. und 20. Jahrhundert in Naumburg: Turnvereine, Fußballvereine, Radsportler-, Kanu- und Wassersportvereine, um nur einige wenige zu nennen. Zum bunten Bild der Sportvereine gehört ein Tanzclub genau so wie eine Kampfsportgemeinschaft. Beliebt bei Groß und Klein auch der Pferdesportclub.
Naumburg ist ein Zentrum der Geher. Aber auch bekannte Rollschuhläufer kamen aus der Stadt.
Bild 32: Kulturelles Leben – Vereine in Naumburg
Im 19. Jahrhundert kam es zur Gründung einer Vielzahl von Chören und Vereinen, die es sich zur Aufgabe machten, die Kultur in der Stadt zu fördern und sich mit der Geschichte der Stadt auseinander zusetzen. Ein wichtiges gemeinsames Ziel war auch die Pflege der Geselligkeit. Besonders bekannt sind die Naumburger Chöre, die auf diese lange Tradition zurück blicken können.
Vor fast 200 Jahren gründete sich in Naumburg ein Bürgerverein, dessen Ziel es war, das gesellige Leben in der Stadt zu pflegen. An diese Tradition will der im Jahre 2005 gegründete Bürgerverein anknüpfen. Seine Ziele heute sind auch die Unterstützung von Projekten im kulturellen Bereich oder von Schulen sowie die Übernahme von sozialen Aufgaben.
Seit einigen Jahren ist auch der Verein der Oldtimerfreunde am Umzug beteiligt, die mit ihren Fahrzeugen nicht nur die Männer begeistern.

Nach Susanne Kröner, Stadtarchiv - Stand 13.05.2019 · Änderungen vorbehalten!